Stimmen zum UN-Klimagipfel in Katowice

Der UN-Klimagipfel im polnischen Katowice bestimmte die Berichterstattung der deutschen Online-Medien zum Thema Energiewende im Monat Dezember.

Anlässlich des UN-Klimagipfels räumten die Forscher des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Antonia Schuster und Michael Lindner, in ihrem Gastbeitrag für Zeit Online mit gängigen Falschdarstellungen über den Klimawandel auf. In dem am häufigsten geteilten und kommentierten Artikel des Monats Dezember stellten sie klar, dass 97 Prozent aller Fachleute sich einig wären, dass der Klimawandel auch menschengemacht ist. Lobbygruppen der fossilen Industrie würden seit Jahrzehnten bewusst Zweifel an diesem wissenschaftlichen Konsens streuen. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) lag der durch Energieerzeugung verursachte CO2-Ausstoß weltweit 2017 auf einem Rekordhoch von 32,5 Milliarden Tonnen und steigt jährlich weiter. Mit 405,5 ppm (Teilchen pro Million Teilchen) sei die durchschnittliche globale CO2-Konzentration heute so hoch wie noch nie in der Geschichte der Menschheit.

Die Behäbigkeit der seit 24 Jahren stattfindenden Klimagipfel sei frustrierend und in Katowice lief es besonders zäh, urteilte Alexandra Endres in ihrem Beitrag für Zeit Online. Da jedes Land seine eigenen Interessen mit in die Verhandlungen bringe, Ölländer ebenso wie arme Entwicklungsstaaten, kämen sie nur langsam voran. Aber die Welt brauche diese Konferenzen trotzdem. Ohne die Gipfel gäbe es keine nationalen Klimaziele, keine Energiewende, keine Debatte um den Kohleausstieg, keinen bezahlbaren Ökostrom und kein Geld für die Ärmsten, um sich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Für all das würden die Abschlussdokumente eine Grundlage legen.

In einem vielgeteilten Kommentar für Zeit Online rechnete Alexandra Endres mit der Politik von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ab. Seine Äußerungen, Deutschland tue nicht genug für den Klimaschutz, seien überraschend und ärgerlich. Selbst Wirtschaftsvertreter sollen sich inzwischen über den lahmen Wirtschaftsminister beschwert haben, der die Energiewende nicht schnell genug voranbringe. Zwar wolle Altmaier den Netzausbau beschleunigen, damit das deutsche Stromnetz die erneuerbaren Energien in Zukunft besser aufnehmen kann. Aber in der Förderung dieser, sei er weit weniger ehrgeizig. Weiteren grundlegenden Reformen, die den Klimaschutz deutlich voranbringen würden, wie der Einführung eines CO2-Preises, verweigere Altmaier bislang seine Unterstützung. Als es in Brüssel um die EU-Ziele für Ökoenergie und Energieeffizienz sowie um Autoabgaswerte ging, warnte er vor zu viel Ehrgeiz. <

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Katharina Schröder

Veröffentlicht von

Business Development Manager