Die Windkraftbranche in Bedrängnis

Die Bundesregierung „ergrünt“ und bringt immer neue Vorschläge ein, wie die Energiewende noch zum Erfolg geführt werden soll. Doch weiterhin fehlt es am Umsetzungswillen und konkreten Maßnahmen. Die Gesetzesbeschlüsse bewirken zum Teil gar das Gegenteil. Lesen Sie hier die Kurzfassung der 10 am häufigsten geteilten und kommentierten Artikel der deutschen Onlinenachrichtenportale zum Thema Energiewende im August.

Dass öffentliche Steuergelder inzwischen genutzt werden, um den Ausbau der Windenergie durch die Bezuschussung von Bürgerinitiativen zu verzögern , gehöre zu den Absurditäten der deutschen Energiewende. Ob Ökostrom, Netzausbau, Atom- und Kohleausstieg, bei Deutschlands größtem Energieprojekt laufe vieles schief, urteilte Marlies Uken auf Zeit Online. Besonders dramatisch sei die Lage beim Ausbau der Windenergie an Land. Allein im ersten Halbjahr diesen Jahres gingen unterm Strich nur 35 neue Windräder mit einer Leistung von rund 230 Megawatt ans Netz, 80 Prozent weniger als im Vorjahr. Windparks mit einer Kapazität von mehr als 11.000 Megawatt würden im Genehmigungsprozess feststecken. Die Unternehmen der Branche spüren die Folgen. Von „existenzieller Krise“ und „Totaleinbruch“ sei die Rede. Nur ein paar neue Windräder und überall Bürgerprotest: Der Ausbau der Windenergie floppt. „Wie soll so die Energiewende gelingen?“, fragte die Autorin im am häufigsten geteilten Nachrichtenbeitrag des Monats August.

Die Mehrzahl der Deutschen hat keine Möglichkeit, ein Elektroauto zu Hause aufzuladen, berichtete Zeit Online. Dies hätte eine Befragung des ADAC bei mehr als 300 Immobilienunternehmen ergeben. Nur zwei Prozent der untersuchten Tiefgaragen und Parkflächen verfügen über eine Ladesäule oder eine sogenannte Wallbox. Als Hauptgrund für die mangelnden Ladestationen nannten die Verwalter hohe Kosten, technische Probleme, rechtliche Unsicherheiten und geringe Nachfrage. Deutsche Autohersteller haben inzwischen mehr als 30 E-Modelle im Angebot, die jedoch kaum Käufer finden. Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) fordert deshalb vom Bund, mehr Fördermittel für Elektromobilität bereitzustellen, ein „Recht auf Laden“ im Miet- und Wohnungsgesetz zu verankern und den Ausbau der Lade-Infrastruktur besser zu koordinieren.

Im Herbst will die Bundesregierung ihren Klimaschutzplan vorstellen. Zu erwarten sei leider nicht, dass die Maßnahmen mit den Nachbarländern sinnvoll abgestimmt sind, kommentierte Michael Thumann für Zeit Online. Die Deutschen hielten sich für gute Europäer, aber deutsche Energiepolitik würde nur national gedacht. Das nehme vielen Maßnahmen die Durchschlagskraft. Es würde dem Klima nicht nutzen, wenn die Deutschen die Atomkraftwerke abstellen, aber weiter Atomstrom aus Frankreich beziehen, wenn sie mehr russisches Gas in der Energieproduktion verfeuern, während die Polen nebenan die Braunkohleproduktion hochfahren. Auch nicht, wenn die Deutschen über Stralsund russisches Gas und die Polen ein paar Kilometer weiter östlich in Swinemünde US-Gas in flüssiger Form importieren. Dass Europa gut für uns ist, müssten wir Deutschen in der Energiepolitik noch lernen.

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Katharina Schröder

Veröffentlicht von

Business Development Manager