Ausbau von Ökostrom kommt nur langsam voran

Die Gegner neuer Windenergieanlagen finden zunehmend Unterstützung aus unterschiedlichsten Interessenslagern, wodurch der Zubau massiv verzögert wird. Alternative innovative Technologien zur Energieerzeugung und zur Speicherung sind noch nicht ausgereift. Lesen Sie hier die Kurzfassung der 10 am häufigsten geteilten und kommentierten Artikel der deutschen Onlinenachrichtenportale zum Thema Energiewende im Oktober.

In einem Gastbeitrag für Zeit Online plädierte der Informatiker Rainer Klute für neue Atomkraftwerke in Deutschland, da mit der CO₂-Bepreisung allein das Klima nicht gerettet werden könne. Physiker und Ingenieure in den vergangenen Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. Inzwischen gebe es moderne Reaktoren, die Energie aus bereits angefallenem „Atommüll“ gewinnen können. Allein aus den gebrauchten Brennelementen in den verschiedenen Zwischenlagern könnte Deutschland 250 Jahre lang komplett mit Strom versorgt werden. Diese natriumgekühlten Schnellreaktoren zählen zur vierten Generation von Kernreaktoren, deren Entwicklung ein Zusammenschluss von 14 Staaten koordiniert. Deutschland hätte diese technische Entwicklung jedoch verpasst und stehe mit seinem Atom- und Kohleausstieg international isoliert da.

Der Ausbau der Windenergie an Land sei enorm eingebrochen, berichtete Zeit Online. Nach einer Analyse der Fachagentur Windenergie an Land gingen von Januar bis Ende September 2019 nur 148 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 507 Megawatt ans Netz. Dieser Wert sei in den vergangenen fünf Jahren jeweils schon im ersten Quartal erreicht worden. Die bisherige Neuanlagenleistung in diesem Jahr liege um 82 Prozent unter dem Durchschnitt der Vergleichszeiträume zwischen 2014 und 2018. Aufgrund der Entwicklung sei davon auszugehen, dass der Gesamtzubau bis Jahresende die Schwelle von 1.000 Megawatt nicht erreichen werde. Hauptgründe für die Ausbaukrise der Windkraft an Land seien lange Genehmigungsverfahren und viele Klagen.

Laura Cwiertnia berichtete für Zeit Online über eine Studie zu den Folgen der Umweltreformen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Ziel der Forscher der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Prognos AG war es, zu überprüfen, wie der Arbeitsmarkt sich entwickeln würde, wenn die Klimaziele von Paris erreicht würden. Das Ergebnis hebe die Debatte um die Auswirkungen auf eine andere Ebene. Die Forscher schließen, dass Reformen sich langfristig leicht positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken werden. Gesamtgesellschaftlich sei die Energiewende beschäftigungsneutral machbar. In der Automobilbranche, im Bergbau und in der konventionellen Energieerzeugung würden Jobs wegfallen. Durch den Klimaschutz würden jedoch viele neue Jobs entstehen – etwa in der regenerativen Energiewirtschaft, bei der umweltfreundlichen Mobilität und in der Baubranche.

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Katharina Schröder

Veröffentlicht von

Business Development Manager