Wie erfolgreich ist die Energiewende wirklich?

Der Kohleausstieg, die Verkehrswende sowie ein Durchbruch bei der Förderung von erneuerbaren Energien waren im April die dominierenden Themen in der viralen Online-Berichterstattung rund um die Energiewende.

Auf Zeit Online entspann sich im vergangenen Monat eine ausführliche Debatte um die derzeitige Umsetzung der Energiewende. Ausgangspunkt war ein Interview mit der Ökonomin Claudia Kemfert. Diese macht das Festhalten an einer überholten und auf ineffiziente Kohlekraftwerke ausgerichteten Energieinfrastruktur für die hohen Strompreise in Deutschland verantwortlich und spricht sich für einen zügigen Ausstieg aus der Kohlekraft sowie eine stärker dezentrale und digitale Steuerung der Stromnetze aus. Das Interview wurde insgesamt 175-mal weiterverlinkt und steht damit auf dem ersten Platz unseres monatlichen Viralitäts-Rankings.

Daran anknüpfend bezeichnet Petra Pinzler in dem Artikel „Der Schnee von morgen“ die vergangenen Jahre im Kampf gegen den Klimawandel als einen „Selbstbetrug“ und weist darauf hin, dass trotz massiver Investitionen in den Ausbau von erneuerbaren Energien die CO2-Emissionen in Deutschland in den vergangenen sieben Jahren nicht gesunken sind. Auch Pinzler fordert daher den Kohleausstieg sowie ein Umdenken im Verkehrssektor. Der online erschiene Artikel aus der ZEIT steht auf dem vierten Platz.

Auch Felix Matthes, Wissenschaftler am Öko-Institut in Berlin, geht auf Zeit Online auf die Thesen von Claudia Kemfert ein. Matthes bestreitet, dass die hohen Strompreise in erster Linie auf den Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke zurückzuführen sind. Hauptursache für die hohe EEG-Umlage ist für ihn das Fehlen einer angemessenen Bepreisung des Ausstoßes von Treibhausgasen und die daraus resultierenden niedrigen Brennstoffpreise. In seinem lesenswerten Debattenbetrag geht Matthes zudem auf Kemferts Feststellung eines „völlig überdimensionierten Netzausbaus“ ein, die er als unrealistisch zurückweist.

Das zweite große Thema des Monats war eine Sensation bei der ersten staatlichen Ausschreibung für die Förderung von Offshore-Windanlagen in Deutschland. Wie FAZ.net in „Erneuerbare Energie lohnt sich endlich“ sowie Welt Online in „Die brutale Kostenwahrheit über die Windkraft-Branche“ berichteten, kam das niedrigste Gebot dabei ganz ohne staatliche Zuschüsse aus. Der Bau von Windkraftanlagen auf See scheint damit erstmals auch ohne jegliche externe Förderung kostendeckend möglich zu sein. Mit dem großen Potential von schwimmenden Windräder beschäftigte sich zudem eine Reportage auf FAZ.net.

Weitere Meldungen beschäftigten sich mit der verkehrspolitischen Strategie der Grünen, dem Rekordstand bei steuerlichen Stromabgaben, sowie der elektrischen Zukunft der Automobilbranche.