Schwächen der Elektro-Mobilität rücken in den medialen Fokus

Im August bildeten die viralsten Online-Meldungen rund um die Energiewende eine vielschichtige Diskussion über die Mobilität der Zukunft sowie den richtigen Weg zu einer Verkehrswende ab.

Am meisten Aufmerksamkeit konnte der FAZ.net-Artikel „Wie synthetisches Benzin den Verbrennungsmotor retten soll“ erzielen, in dem Andreas Mihm auf ein spannendes und in den Medien bisher wenig diskutiertes Alternativszenario zu der derzeit häufig geforderten kompletten Umstellung auf Elektrofahrzeuge eingeht. Mihm stellt darin die Vorschläge des renommierten Chemikers Robert Schlögl vor, der in der Herstellung von synthetischen Kraftstoffen aus Wasserstoff und CO2 die Zukunftslösung für nachhaltige Mobilität sieht. Laut Schlögl könnte eine großflächige Produktion solcher Designerkraftstoffe die Umstellung des Verkehrssektors auf regenerative Energien ermöglichen und damit die Energiewende auch in diesem Bereich zum Erfolg führen.

Ein Vorschlag der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Umstrukturierung der Finanzierung der Energiewende stieß in der Netzgemeinde ebenfalls auf rege Aufmerksamkeit. Laut FAZ.net fordert die SPD-nahe Stiftung eine drastische Absenkung der Ökostromumlage, um im Gegenzug Einkommens-, Vermögens- und Unternehmenssteuern zu erhöhen, Industriesubventionen abzubauen sowie die Kosten der Netzentgelte stärker zu kontrollieren. Dass die Kosten der Energiewende ein wichtiges Thema bleibt, spiegelte sich auch in der drittplatzierten Spiegel Online-Meldung wieder. Demnach befürworten laut einer aktuellen Umfrage 95 Prozent der Deutschen einen weiteren Ausbau der eneuerbaren Energien, gleichzeitig halten aber 37 Prozent der Befragten die derzeitige EEG-Umlage für zu hoch.

In weiteren Meldungen setzte sich die Diskussion über die Zukunft der E-Mobilität fort. So sprach sich der Verkehrsforscher Weert Canzler in einem Zeit Online-Interview vehement für das Ende des Verbrennungsmotors und die staatliche Förderung von alternativen Mobilitätskonzepten aus. Kolja Rudzio warnte in einem Artikel dagegen vor einer staatlichen diktierten Quote für Elektrofahrzeuge, wie sie Kanzlerkandidat Martin Schulz vorgeschlagen hat. Vor den Hintergrund der vielen mit der E-Mobilität verbundenen ungelösten Fragen würde eine solche Quote aus seiner Sicht die Suche nach alternativen Techniken hemmen.

Die Probleme die eine vollständige Umstellung auf E-Mobilität für das deutsche Stromnetz bedeuten würde, wurden in gleich drei der zehn viralsten Artikel thematisiert. So sei dieses laut Einschätzung der Stromversorger insbesondere in Süddeutschland nicht auf einen massiven Zuwachs bei Elektrofahrzeugen und elektrisch betriebenen Wärmepumpen vorbereitet. Da die produzierte Strommenge mit Vervollständigung des Atomausstiegs sinken wird und wichtige Trassen zwischen Nord- und Süddeutschland weiter fehlen könnten zu Spitzenzeiten Stromengpässe die Folge sein.

In weiteren Meldungen wurde ein geplantes Seekabel zwischen Norwegen und Deutschland sowie Proteste gegen den Braunkohle-Tagebau im nordrhein-westfälischen Hambach thematisiert.

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