Ausgestaltung der Energiewende bleibt Streitthema

 

Zwei wissenschaftliche Studien zur Zukunft des Strommarktes stehen im Mittelpunkt des viralsten Beitrags im Monat Februar. Auf Spiegel Online berichtet Stefan Schulz über die Kernforderung der Experten den Markt durch elastischere Strompreise stärker zu flexibilisieren und erzielt damit 377 Backlinks und 307 Kommentare. Da die Studien im Auftrag des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) erstellt wurden und die Forderungen bei den großen Energieversorgern auf Protest stoßen sollten, sieht Schulz einen Machtkampf zwischen alter und neuer Energiewelt heraufziehen.

Eine weitere exklusive Spiegel Online Meldung landet auf Platz 2 im Viralitäts-Index. Dass die Bundesregierung vor dem Europäischen Gerichtshof Klage gegen die EU Kommission eingereicht hat, generiert 301 Backlinks und 166 Kommentare. Hintergrund ist die Entscheidung der EU Kommission, die deutsche Ökostromforderung als „Beihilfe“ einzustufen, was Brüssel ein stärkeres Mitspracherecht bei der genauen Ausarbeitung der EEG einräumen würde.

Streit gibt es auch zwischen Bund und Ländern. Die Auseinandersetzung über den Bau neuer Stromtrassen wird in gleich vier der meistbeachteten Artikel thematisiert. So wirft Sigmar Gabriel dem hessischen Ministerpräsidenten Bouffier auf Spiegel Online eine „Torpedierung der Energiewende“ vor, weil dieser den Verlauf der SuedLink-Trasse infrage gestellt hatte. Ein weiterer Affront gegen Horst Seehofer bringt es auf Platz 7 in puncto Viralität. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte diplomatisch verklausuliert verlauten lassen, dass man sich über den bayrischen Widerstand auch einfach hinwegsetzen könne, was von Spiegel Online als Provokation bewertet wird.

Der gescheiterte Energie-Dialog ist auch Thema auf Zeit Online. Nach Meinung von Michael Stein, der Professor für Energiespeicher und Erneuerbare Energien ist, setzt Horst Seehofer mit seinem Widerstand die Versorgungsicherheit aufs Spiel. Auch der Bau von Gaskraftwerken stelle aufgrund von hohen Kosten keine Alternative da. In eine ähnliche Richtung argumentiert der Artikel „Bayerns lange Leitung“ auf Süddeutsche.de. Sollte beim Thema Stromtrassen-Ausbau keine Einigung erzielt werde, drohe ein Energieengpass in Süddeutschland.

Erfreulichere Nachrichten vermeldet die Seite des Handelsblatt: „Solarstrom wird billiger und die Preise werden weiter fallen“. Ebenfalls gefallen ist Europas Energieverbrauch, der laut Zeit Online aufgrund von Wirtschaftskrise und Energiesparpolitik auf dem niedrigsten Stand seit 1995 liegt. Kleine Hoffnungsschimmer auch beim Thema Kernfusion. Die Welt berichtet über einen möglichen Durchbruch in der Forschung, der nach anfänglicher Begeisterung auch von Zweifeln begleitet wird. Das reicht für Platz 9 im Viralitäts-Index.

Zur Methodik
Der Viralitäts-Score

Der Algorithmus ermöglicht es, in einer großen Menge unstrukturierter Daten, zusammengehörige Nachrichten zu identifizieren und zu visualisieren. Dabei werden Querverweise, also Verlinkungen, zwischen Nachrichten gemessen, visualisiert und als Viralitäts-Score in unserem Media Monitoring Tool dargestellt.

Der Wert hilft bei großen Treffermengen zu qualifizieren, welche thematisch relevanten Äußerungen den höchsten Einfluss haben. Je interessanter eine Nachricht ist, desto mehr wird sie geteilt und verlinkt. Sie bekommt dadurch eine hohe Viralität und ist wiederum relevant für eine Auswertung.