Hambacher Forst als beherrschendes Thema der Energiepolitik

Die mediale Berichterstattung zur Energiewende im September wurde beherrscht vom Kampf der Umweltaktivisten gegen den Ausbau des Braunkohle-Abbaus und für die Erhaltung des Hambacher Forst.

Ganz Deutschland diskutiert über den Hambacher Forst, heißt es im viralsten Artikel des Monats in der Wirtschaftswoche. Die RWE will dort Braunkohle fördern, Umweltaktivisten kämpfen dagegen. Stefan Hajek befasst sich mit den Fragen, wie viel Braunkohle im Hambacher Forst liegt, und wie viele Windkraftanlagen oder Quadratkilometer Photovoltaik man bräuchte, wenn man auf ihre Förderung verzichten wollte. Er kommt zu dem Schluss, dass es für RWE sehr viel teurer wäre, die gleiche Strommenge aus Wind oder Solar herzustellen, statt aus Braunkohle. Rechne man allerdings die gesamten Klimafolgeschäden aus der Braunkohle mit ein, wäre das Verhältnis umgekehrt.

Der Bundesrechnungshof hat der Bundesregierung ein weitgehendes Versagen bei der Steuerung der Energiewende vorgeworfen. Darüber berichtete Daniel Wetzel für die Welt. Laut Rechnungshofpräsident Kay Scheller, stünde der Aufwand für den ökologischen Umbau der Energieversorgung in einem extremen Missverhältnis zu dem geringen Ertrag. Bei der angestrebten Reduktion der Treibhausgasemissionen und des Primärenergieverbrauchs werde Deutschland seine Ziele ebenso verfehlen wie bei der Steigerung der Energieproduktivität und der Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien im Verkehr.

Auch n-tv.de beschäftigt sich mit den Defiziten der Energiewende. „Die Prüfung des Bundesrechnungshofes zeigt, dass dies auch auf Mängel bei der Koordination und Steuerung der Energiewende durch das Bundeswirtschaftsministerium zurückzuführen ist.“ Die Ausgaben für die Umstellung auf eine grüne Stromerzeugung in den letzten fünf Jahren werden mit 160 Milliarden Euro beziffert. Trotz all der Anstrengungen, sinke Deutschlands Ausstoß von Klimagasen nicht.

Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, erörtert in seinem Artikel für t-online.de die Hintergründe für die Defizite beim Vorantreiben der Energiewende. Die für einen erfolgreichen Klimaschutz nötige, schnelle Energiewende würde massive Veränderungen nach sich ziehen. Unternehmen wie RWE wären vermutlich nicht überlebensfähig. Um das zuzulassen, wäre aber der Einfluss von RWE auf die Politik zu groß.

Spiegel-online.de berichtete über den weltweit ersten regelmäßig verkehrenden Wasserstoffzug in Niedersachsen. Experten hoffen, dass umweltfreundliche, über eine Brennstoffzelle betriebene Züge langfristig Dieseltriebwagen ersetzen und einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten werden.

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Katharina Schröder

Veröffentlicht von

Business Development Manager