Energiewende-Architekt und Innogy-Zerschlagung im Medienfokus

Der Rücktritt von Wirtschafts-Staatssekretär Rainer Baake und die Aufteilung des RWE-Tochterunternehmens Innogy waren im März die zentralen Themen in den viralsten Online-Meldungen zur Energiewende.

Bei insgesamt stark unterdurchschnittlichen Viralitätswerten konnte der Artikel „Das peinliche Zeugnis für die deutsche Energiewende“ auf Welt.de am meisten Aufmerksamkeit im Netz erzielen. Darin greift Daniel Wetzel einen durch die Unternehmensberatung McKinsey erstellten globalen Energiewende-Index auf, in dem Deutschland lediglich den 16. erreicht. Das schlechte Abschneiden entlarvt für Wetzel die „internationale Vorreiterrolle Deutschlands bei der Ökostrom-Transformation“ als Mythos. Zurückzuführen ist die schlechte Platzierung Deutschlands in dem internationalen Ranking primär auf die weiterhin große Abhängigkeit vom Kohlestrom und die damit einhergehenden CO2-Emissionen sowie die im Vergleich sehr hohen Strompreise.

In insgesamt drei der zehn viralsten Meldungen wurden der Abgang von Staatssekretär Rainer Barke aus dem Bundeswirtschaftsministerium thematisiert. Wie das Handelsblatt, FAZ.net und Spiegel Online berichten geht der „Architekt der Energiewende“ aus Protest gegen die Klima- und Energiepolitik und der neuen Bundesregierung. So bezeichnete der frühere Chef der Denkfabrik Agora Energiewende, der von Sigmar Gabriel 2014 ins Ressort geholt wurde, die klimapolitischen Ziele im Koalitionsvertrag als „herbe Enttäuschung“ und bat den neuen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier um seine Entlassung.

In weiteren drei Meldungen wurde über die geplante Aufspaltung der RWE-Tochter Innogy berichtet. Der Energiekonzern E.ON soll dabei das Netz- und Vertriebsgeschäft erhalten, während RWE die erneuerbare Energiesparte behält und gleichzeitig hinaus die Ökostrom- und Gasspeichersparte von E.ON übernimmt. Im Rahmen des umfangreichen Tausches von Geschäftsbereichen zwischen den beiden Konkurrenten richtet sich E.ON auf das Geschäft mit Energienetzen sowie das Endkundengeschäft aus, während RWE sich in Zukunft auf das Betreiben von Kraftwerken und die Stromerzeugung konzentrieren möchte. Wie Susanne Götze auf Zeit Online kommentiert zeigt die Restrukturierung „wie schwer es den Konzernen fällt, auf die Energiewende umzuschalten“.

In weiteren Meldungen wurden die Möglichkeiten zur privaten Stromerzeugung, ein drohender Anstieg bei den Netzentgelten sowie der gestiegene deutsche Energieverbrauch im Bereich Wohnen thematisiert.

Den vollständigen Report können Sie hier herunterladen. Wenn Sie den Diskurs Themen-Monitor zur Energiewende gerne monatlich per E-Mail erhalten möchten, können Sie sich hier in den Verteiler eintragen.